Eine vermietete Wohnung in 2024 verkaufen: Häufige Fehler vermeiden

Das Wichtigste in Kürze

  • Rechtliche Rahmenbedingungen beachten: Informieren Sie sich über das Vorkaufsrecht der Mieter und gesetzliche Kündigungsfristen.
  • Immobilienbewertung durchführen: Bestimmen Sie den Marktwert Ihrer vermieteten Wohnung durch eine professionelle Bewertung.
  • Wichtige Unterlagen vorbereiten: Stellen Sie Dokumente wie Grundriss, Mietverträge und Energieausweis bereit.
  • Vermarktungsstrategien nutzen: Überlegen Sie, ob Sie die Wohnung mit oder ohne Makler verkaufen möchten und erstellen Sie ein aussagekräftiges Exposé.
  • Finanzielle Aspekte klären: Beachten Sie steuerliche Auswirkungen wie die Spekulationssteuer und berechnen Sie potenzielle Werbekosten.
In diesem Artikel:

Der Verkauf einer vermieteten Wohnung kann eine komplexe Angelegenheit sein. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige rund um das Thema "vermietete Wohnung verkaufen", von rechtlichen Rahmenbedingungen bis hin zu finanziellen und praktischen Aspekten. Lernen Sie, wie Sie den Verkauf optimal vorbereiten und durchführen können und welche Besonderheiten bei vermieteten Immobilien zu beachten sind.

Gründe für den Verkauf einer vermieteten Wohnung

Der Verkauf einer vermieteten Wohnung kann aus verschiedenen Gründen sinnvoll sein, je nachdem, ob Sie Mieter, Kapitalanleger oder Eigennutzer sind. Jede dieser Gruppen hat unterschiedliche Motive und Vorteile beim Verkauf, die im Folgenden näher beleuchtet werden.

Mieter

Der Verkauf einer vermieteten Wohnung kann für Mieter sinnvoll sein, wenn sie ihre Immobilie nicht mehr verwalten möchten oder unerwartete finanzielle Belastungen auftreten. Zudem kann der Verkauf einer vermieteten Wohnung für Mieter, die in eine andere Immobilie investieren möchten, eine attraktive Möglichkeit darstellen, Kapital freizusetzen.

Kapitalanleger

Kapitalanleger profitieren vom Verkauf einer vermieteten Wohnung, wenn sie ihre Investitionsstrategie ändern möchten. Durch den Verkauf kann Kapital für neue Investitionen in profitablere Projekte freigesetzt werden. Zudem kann der Verkauf sinnvoll sein, um von aktuellen Marktwertsteigerungen zu profitieren.

Eigennutzer

Eigennutzer entscheiden sich oft für den Verkauf, wenn sie die Immobilie selbst nutzen möchten. Der Verkauf der vermieteten Wohnung und der Kauf einer anderen Immobilie, die besser zu den aktuellen Bedürfnissen passt, kann ebenfalls ein wichtiger Grund sein. Auch Veränderungen im persönlichen Umfeld, wie Familienzuwachs oder berufliche Veränderungen, können diesen Schritt notwendig machen.

Verkaufspreis für eine vermietete Wohnung festlegen

Der Verkaufspreis für eine vermietete Wohnung wird von mehreren Faktoren bestimmt, darunter die Miethöhe, der Renditeplan und die bestehenden Mietbedingungen. Eine genaue Analyse dieser Aspekte hilft, den Marktwert realistisch zu ermitteln und potenzielle Käufer zu überzeugen.

Miethöhe

Die Miethöhe ist ein zentraler Faktor bei der Preisbestimmung. Höhere Mieteinnahmen erhöhen den Verkaufswert. Beispielsweise kann eine Wohnung mit einer monatlichen Nettokaltmiete von 800 Euro bei einer Bruttorendite von 4 % einen Verkaufswert von 240.000 Euro erzielen. Analysieren Sie auch regionale Mietspiegel, um den Marktwert Ihrer Wohnung realistisch einschätzen zu können.

Renditeplan

Erstellen Sie einen detaillierten Renditeplan, um potenziellen Käufern die langfristigen Ertragsmöglichkeiten aufzuzeigen. Dieser sollte alle Einnahmen und Ausgaben beinhalten, einschließlich Mieteinnahmen, Instandhaltungskosten und Verwaltungskosten. Eine klare Darstellung der erwarteten Rendite kann den Verkaufspreis positiv beeinflussen.

Ein detaillierter Renditeplan zeigt potenziellen Käufern die langfristigen Ertragsmöglichkeiten. 

Beispielrechnung:

  • Kaufpreis: 200.000 Euro
  • Eigenkapital: 40.000 Euro
  • Fremdkapital: 160.000 Euro
  • Zinssatz: 2,5 %
  • Jährliche Zinskosten: 4.000 Euro
  • Nettomieteinnahmen pro Jahr: 9.600 Euro
  • Ertrag vor Steuern: 5.600 Euro

Dies ergibt eine Eigenkapitalrendite von 14 % vor Steuern.

Mietbedingungen

Bestehende Mietverträge beeinflussen den Verkaufspreis. Langfristige, sichere Mietverträge mit solventen Mietern sind attraktiv für Käufer. Beispielsweise kann ein Mietvertrag mit einer Restlaufzeit von fünf Jahren und einer jährlichen Mietsteigerung von 2 % den Wert der Immobilie erhöhen. Unsichere Mietverhältnisse oder problematische Mieter können den Preis senken.

Rechtliche Aspekte beim Verkauf einer vermieteten Wohnung

Beim Verkauf einer vermieteten Wohnung sind zahlreiche rechtliche Aspekte zu beachten. Diese betreffen sowohl die Rechte der Mieter als auch die Pflichten des Vermieters und des neuen Eigentümers. Eine gründliche Kenntnis der relevanten Gesetze und Vorschriften ist unerlässlich, um den Verkaufsprozess reibungslos und rechtssicher zu gestalten. Im Folgenden werden die wichtigsten rechtlichen Punkte erläutert.

Vorkaufsrecht der Mieter

Das Vorkaufsrecht ist ein wichtiger Punkt, wenn eine vermietete Wohnung verkauft wird. Nach § 577 BGB haben Mieter das Recht, ihre Wohnung zu den gleichen Konditionen zu kaufen, wie sie einem Dritten angeboten wird. Dies gilt besonders bei der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen. Der Vermieter muss den Mieter über den Verkaufsplan informieren und ihm eine Frist zur Ausübung des Vorkaufsrechts einräumen. Wird der Mieter nicht informiert, kann dies zu Schadenersatzansprüchen führen.

Besichtigungen

Bei Besichtigungen sind die Rechte der Mieter zu berücksichtigen. Diese müssen rechtzeitig angekündigt werden, üblicherweise mindestens 24 Stunden im Voraus. Die Besichtigungen sollten zu angemessenen Tageszeiten stattfinden, normalerweise zwischen 10 und 13 Uhr sowie 16 und 18 Uhr. An Sonn- und Feiertagen sind Besichtigungen in der Regel ausgeschlossen. Mieter sind nicht verpflichtet, ununterbrochen Besichtigungstermine zu akzeptieren; ein wöchentliches Zeitfenster von zwei Stunden ist ausreichend.

Risiko: Kündigung wegen Eigenbedarf

Der neue Eigentümer kann den Mietern wegen Eigenbedarf kündigen, muss jedoch die gesetzlichen Kündigungsfristen beachten:

  • Bis 5 Jahre Mietdauer: 3 Monate Kündigungsfrist
  • 5-8 Jahre Mietdauer: 6 Monate Kündigungsfrist
  • Über 8 Jahre Mietdauer: 9 Monate Kündigungsfrist

Bei umgewandelten Mietwohnungen kann eine Sperrfrist von bis zu zehn Jahren gelten, die den Kündigungsschutz der Mieter verlängert. Diese Sperrfrist beginnt mit dem Eintrag des neuen Eigentümers ins Grundbuch.

Mietaufhebungsvertrag als Alternative

Ein Mietaufhebungsvertrag kann eine sinnvolle Alternative zur Eigenbedarfskündigung sein. In diesem Vertrag einigen sich Mieter und Vermieter einvernehmlich auf eine vorzeitige Beendigung des Mietverhältnisses. Häufig wird dabei eine Abfindung gezahlt, um den Mieter zum Auszug zu bewegen. Dies kann den Verkaufsprozess erheblich beschleunigen und rechtliche Konflikte vermeiden.

Kündigungsfristen und Sperrfristen

Die Kündigungsfristen richten sich nach der Mietdauer und betragen zwischen 3 und 9 Monaten. Bei umgewandelten Mietwohnungen kann eine Sperrfrist von bis zu zehn Jahren gelten, die den Kündigungsschutz der Mieter verlängert. Diese Sperrfrist beginnt mit dem Eintrag des neuen Eigentümers ins Grundbuch.

Mieterschutz und gesetzliche Regelungen

Der Grundsatz "Kauf bricht nicht Miete" (§ 566 BGB) besagt, dass bestehende Mietverträge beim Verkauf einer Wohnung bestehen bleiben. Der neue Eigentümer tritt in alle Rechte und Pflichten des Vermieters ein, einschließlich der Instandhaltung und Mietpreisregulierung. Dies soll sicherstellen, dass Mieter nicht benachteiligt werden, wenn ihre Wohnung verkauft wird. Vor allem bei Mietern mit ins Grundbuch eingetragenem Wohnrecht sollten Immobilienkäufer besonders respektvoll sein.

Finanzielle und steuerliche Aspekte

Beim Verkauf einer vermieteten Wohnung sind finanzielle und steuerliche Aspekte von entscheidender Bedeutung. Diese umfassen die Spekulationssteuer, abzugsfähige Kosten und die Einnahmen- und Überschussrechnung. Eine sorgfältige Planung und Berücksichtigung dieser Faktoren kann Ihnen helfen, die finanziellen Vorteile zu maximieren und steuerliche Fallstricke zu vermeiden.

Spekulationssteuer

Die Spekulationssteuer wird fällig, wenn eine vermietete Immobilie innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf verkauft wird. Der Gewinn aus dem Verkauf wird dabei versteuert. Hier sind die wichtigsten Punkte:

  • Steuerfrei nach 10 Jahren: Wenn die Immobilie mehr als zehn Jahre im Besitz ist, entfällt die Spekulationssteuer.
  • Berechnung: Die Spekulationssteuer wird auf den Gewinn aus dem Verkauf erhoben, d.h. Verkaufspreis minus Anschaffungskosten und abzugsfähige Ausgaben.
  • Steuersatz: Der Gewinn wird mit dem individuellen Einkommensteuersatz besteuert.

Werbekosten und andere abzugsfähige Kosten

Beim Verkauf einer vermieteten Wohnung können verschiedene Kosten steuerlich geltend gemacht werden, darunter:

  • Maklergebühren: Diese können bis zu 6 % des Verkaufspreises betragen.
  • Werbungskosten: Kosten für Anzeigen in Zeitungen und Online-Portalen.
  • Renovierungskosten: Ausgaben für notwendige Renovierungen, um die Immobilie verkaufsfähig zu machen.
  • Gutachterkosten: Kosten für die Bewertung der Immobilie.

Einnahmen- und Überschussrechnung

Die Einnahmen- und Überschussrechnung (EÜR) ist ein einfaches Verfahren zur Ermittlung des zu versteuernden Gewinns aus dem Verkauf:

  • Einnahmen: Verkaufserlös der Immobilie.
  • Ausgaben: Anschaffungskosten, Renovierungskosten, Werbekosten, Maklergebühren, Gutachterkosten.
  • Gewinn: Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben.

Beispielrechnung:

  • Verkaufspreis: 200.000 €
  • Anschaffungskosten: 150.000 €
  • Renovierungskosten: 5.000 €
  • Maklergebühren: 12.000 €
  • Werbungskosten: 1.000 €
  • Gutachterkosten: 2.000 €

Gewinn: 200.000 € - 150.000 € - 5.000 € - 12.000 € - 1.000 € - 2.000 € = 30.000 €

Dieser Gewinn wird dann entsprechend dem individuellen Steuersatz versteuert.

Die Berücksichtigung dieser finanziellen und steuerlichen Aspekte kann Ihnen helfen, den Verkauf Ihrer vermieteten Wohnung optimal zu planen und durchzuführen.

Anschaffungskosten

Anschaffungskosten sind die Gesamtkosten, die beim Erwerb einer Immobilie anfallen. Dazu gehören:

  • Kaufpreis: Der Preis, den Sie für die Immobilie bezahlt haben.
  • Nebenkosten: Kosten für Notar, Grundbuchamt, Grunderwerbsteuer und eventuelle Maklerprovisionen.
  • Modernisierungskosten: Ausgaben für größere Modernisierungsmaßnahmen, die direkt nach dem Kauf durchgeführt wurden.

Beispielrechnung:

  • Kaufpreis: 150.000 €
  • Notar- und Grundbuchkosten: 3.000 €
  • Grunderwerbsteuer (z.B. 6 %): 9.000 €
  • Maklerprovision (z.B. 3 %): 4.500 €
  • Modernisierungskosten: 10.000 €

Gesamte Anschaffungskosten: 176.500 €

Die richtige Vorbereitung des Verkaufs

Eine gründliche Vorbereitung ist entscheidend, um den Verkauf einer vermieteten Wohnung erfolgreich zu gestalten. Dazu gehören eine umfassende Immobilienbewertung und Marktanalyse, das Sammeln aller erforderlichen Unterlagen sowie mögliche Instandsetzungs- und Renovierungsarbeiten.

Immobilienbewertung und Marktanalyse

Eine präzise Immobilienbewertung ist der Schlüssel zur Festlegung eines angemessenen Verkaufspreises für Ihre vermietete Wohnung. Dies stellt sicher, dass Sie weder unter dem Marktwert verkaufen noch potenzielle Käufer durch überzogene Preisvorstellungen abschrecken.

Faktoren bei der Immobilienbewertung

Die Bewertung einer Immobilie berücksichtigt eine Vielzahl von Aspekten:

  • Lage: Die Mikrolage der Wohnung (Stadtteil, Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten) hat einen großen Einfluss auf den Wert. Beliebte und zentral gelegene Stadtteile erzielen höhere Preise.
  • Wohnfläche: Größere Wohnungen haben tendenziell einen höheren Marktwert, wobei die Aufteilung der Räume ebenfalls eine Rolle spielt.
  • Baujahr und Zustand: Neubauten und gut erhaltene Altbauten haben in der Regel einen höheren Wert. Der Zustand der Bausubstanz und durchgeführte Renovierungen beeinflussen den Preis.
  • Ausstattung: Moderne Ausstattungen, wie hochwertige Küchen und Bäder, energieeffiziente Fenster und Türen, sowie Zusatzfeatures wie Balkone, Terrassen oder Aufzüge, erhöhen den Wert der Immobilie.

Marktanalyse

Neben der individuellen Bewertung der Wohnung ist es wichtig, den lokalen Immobilienmarkt zu analysieren. Dies umfasst:

  • Vergleichswerte: Preise von kürzlich verkauften, vergleichbaren Wohnungen in der Umgebung geben einen guten Anhaltspunkt.
  • Nachfrage und Angebot: In Märkten mit hoher Nachfrage und geringem Angebot steigen die Preise tendenziell.
  • Zukünftige Entwicklungen: Stadtplanerische Vorhaben oder infrastrukturelle Entwicklungen in der Umgebung können den Wert beeinflussen.

Durchführung der Bewertung

Es empfiehlt sich, einen professionellen Gutachter oder Immobilienmakler zur Bewertung heranzuziehen. Diese Experten nutzen verschiedene Methoden:

  • Vergleichswertverfahren: Hierbei wird der Wert der Immobilie anhand von Verkaufspreisen vergleichbarer Objekte ermittelt.
  • Ertragswertverfahren: Besonders bei vermieteten Wohnungen relevant, wird hier der Wert auf Basis der erzielbaren Mieteinnahmen und der Bewirtschaftungskosten berechnet.
  • Sachwertverfahren: Dabei wird der Wert der Immobilie auf Basis der Herstellungskosten minus Abschreibungen berechnet.

Eine professionelle Bewertung stellt sicher, dass Sie einen realistischen und marktgerechten Preis für Ihre vermietete Wohnung erzielen können. Dies ist entscheidend, um den Verkaufsprozess reibungslos und erfolgreich zu gestalten. 

Wichtige Unterlagen

Für den Verkauf einer vermieteten Wohnung benötigen Sie zahlreiche Dokumente:

  • Grundbuchauszug: Nachweis über das Eigentum und mögliche Belastungen.
  • Mietverträge: Alle bestehenden Mietverträge einschließlich Nachträge und Mieterhöhungen.
  • Energieausweis: Pflichtdokument, das die Energieeffizienz der Wohnung beschreibt.
  • Protokolle der Eigentümerversammlungen: Informationen über Beschlüsse und geplante Sanierungen.
  • Nebenkostenabrechnungen: Nachweise über die Betriebskosten der letzten Jahre.

Instandsetzung und Renovierungsarbeiten

Vor dem Verkauf lohnt es sich, die Wohnung in einen bestmöglichen Zustand zu bringen. Kleine Reparaturen und Renovierungen können den Verkaufspreis erheblich steigern:

  • Renovierung der Wände: Frisch gestrichene Wände hinterlassen einen guten Eindruck.
  • Badezimmer und Küche: Eine Modernisierung kann sich positiv auf den Wert auswirken.
  • Bodenbeläge: Austausch abgenutzter Bodenbeläge erhöht die Attraktivität.

Ein gut vorbereiteter Verkaufsprozess kann nicht nur den Verkaufspreis maximieren, sondern auch den Verkaufsprozess beschleunigen.

Strategien zur Vermarktung

Der Verkauf einer vermieteten Wohnung erfordert durchdachte Strategien zur Vermarktung, um den bestmöglichen Preis zu erzielen und potenzielle Käufer anzusprechen. Im Folgenden finden Sie wichtige Ansätze und Tipps, um Ihre Immobilie erfolgreich zu vermarkten.

Zielgruppenanalyse

Bevor Sie mit der Vermarktung beginnen, ist es entscheidend, die richtige Zielgruppe zu identifizieren. Potenzielle Käufer können in drei Hauptkategorien eingeteilt werden:

  • Kapitalanleger: Diese Gruppe sucht nach Immobilien, die stabile Mieteinnahmen und langfristige Wertsteigerung bieten.
  • Eigennutzer: Personen, die die Wohnung selbst bewohnen möchten, meist mit der Möglichkeit, den Mietvertrag aufzulösen oder nach der Kündigungsfrist einzuziehen.
  • Mieter: Aktuelle Mieter könnten ebenfalls Interesse haben, die Wohnung zu kaufen, insbesondere wenn sie bereits seit längerer Zeit darin wohnen und sich wohlfühlen.

Verkaufsargumente für Kapitalanleger

Kapitalanleger sind oft an den finanziellen Aspekten der Immobilie interessiert. Hier sind einige Verkaufsargumente, die für diese Zielgruppe besonders wichtig sind:

  • Stabile Mieteinnahmen: Zeigen Sie die aktuelle Mieteinnahmen und deren Beständigkeit auf.
  • Rendite: Berechnen Sie die Mietrendite (Nettomieteinnahmen im Verhältnis zum Kaufpreis). Eine Rendite von 4-6% gilt in vielen Märkten als attraktiv.
  • Wertsteigerungspotential: Weisen Sie auf mögliche Wertsteigerungen hin, basierend auf Marktanalysen und geplanten Infrastrukturprojekten in der Umgebung.
  • Geringe Instandhaltungskosten: Dokumentieren Sie alle durchgeführten Renovierungen und den Zustand der Wohnung, um zu zeigen, dass keine hohen Kosten zu erwarten sind.

Online- und Offline-Marketingstrategien

Eine effektive Marketingstrategie sollte sowohl Online- als auch Offline-Kanäle nutzen:

1. Online-Marketing:

  • Immobilienportale: Nutzen Sie bekannte Plattformen wie ImmoScout24, Immowelt und eBay Kleinanzeigen, um Ihre Wohnung zu inserieren.
  • Soziale Medien: Bewerben Sie Ihr Angebot auf Facebook, Instagram und LinkedIn.
  • Eigene Website: Erstellen Sie eine Landingpage für die Immobilie mit detaillierten Informationen und hochwertigen Fotos.

2. Offline-Marketing:

  • Flyer und Broschüren: Verteilen Sie in der Umgebung des Objekts und an relevanten Orten wie Supermärkten und Gemeindezentren.
  • Netzwerk: Nutzen Sie persönliche Kontakte und informieren Sie lokale Investoren oder Immobilienclubs.
  • Open-House-Veranstaltungen: Organisieren Sie Besichtigungstermine, um potenziellen Käufern die Immobilie vorzustellen.

Vermietete Wohnung verkaufen: Mit oder ohne Makler

Die Entscheidung, ob Sie einen Makler beauftragen oder den Verkauf selbst abwickeln, hängt von mehreren Faktoren ab:

Vorteile eines Maklers:

  • Erfahrung und Netzwerk: Makler verfügen über umfassende Marktkenntnisse und ein breites Netzwerk an potenziellen Käufern.
  • Zeitersparnis: Makler übernehmen die gesamte Verkaufsabwicklung, einschließlich Besichtigungen und Verhandlungen.
  • Rechtssicherheit: Ein Makler sorgt dafür, dass alle rechtlichen Aspekte korrekt gehandhabt werden.

Vorteile eines Eigenverkaufs:

  • Kosteneinsparung: Sie sparen die Maklerprovision, die üblicherweise zwischen 3-7% des Verkaufspreises beträgt.
  • Direkte Kontrolle: Sie behalten die vollständige Kontrolle über den Verkaufsprozess und die Preisverhandlungen.

Angaben im Exposé

Ein aussagekräftiges Exposé ist entscheidend, um Interesse zu wecken. Folgende Angaben sollten darin enthalten sein:

  • Grunddaten: Adresse, Baujahr, Wohnfläche, Zimmeranzahl.
  • Finanzielle Informationen: Kaufpreis, monatliche Mieteinnahmen, Nebenkosten.
  • Ausstattung: Zustand der Wohnung, besondere Merkmale wie Balkon, Einbauküche, Stellplatz.
  • Lagebeschreibung: Informationen zur Infrastruktur, wie Verkehrsanbindung, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten.
  • Bilder und Grundrisse: Hochwertige Fotos und klare Grundrisse vermitteln einen guten ersten Eindruck.

Mit diesen Strategien und Informationen sind Sie bestens vorbereitet, um Ihre vermietete Wohnung erfolgreich zu verkaufen und den bestmöglichen Preis zu erzielen.

Der Verkaufsprozess im Detail

Der Verkaufsprozess einer vermieteten Wohnung erfordert eine sorgfältige Planung und Organisation. Hierbei spielen Besichtigungen, Kaufverträge und die Kommunikation mit Mietern und Käufern eine zentrale Rolle. Dieser Abschnitt gibt Ihnen einen detaillierten Überblick über die wichtigsten Schritte im Verkaufsprozess.

Besichtigungen organisieren

Besichtigungen sind ein wesentlicher Bestandteil des Verkaufsprozesses. Dabei müssen die Rechte der Mieter berücksichtigt werden:

  • Vorankündigung: Besichtigungen müssen mindestens 24 Stunden im Voraus angekündigt werden, idealerweise jedoch 14 Tage vorher.
  • Zeiten: Besichtigungen sollten zu angemessenen Tageszeiten, vorzugsweise zwischen 10-13 Uhr und 16-18 Uhr, stattfinden.
  • Frequenz: Mieter sind nicht verpflichtet, ihre Wohnung häufiger als einmal pro Woche für Besichtigungen zur Verfügung zu stellen.

Kaufverträge und notarielle Beurkundung

Sobald ein Käufer gefunden ist, erfolgt der nächste Schritt: die Erstellung des Kaufvertrags und die notarielle Beurkundung.

  • Kaufvertrag: Der Kaufvertrag sollte alle wichtigen Details beinhalten, wie den Kaufpreis, Zahlungsmodalitäten und Übernahmetermin.
  • Notarielle Beurkundung: Der Kaufvertrag muss von einem Notar beurkundet werden, um rechtsgültig zu sein. Der Notar erklärt beiden Parteien die Vertragsinhalte und stellt sicher, dass alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind.
  • Kosten: Die Notarkosten und die Grundbuchgebühren sind in der Regel vom Käufer zu tragen und betragen etwa 1,5% bis 2% des Kaufpreises.

Kommunikation mit Mietern und Käufern

Eine offene und transparente Kommunikation mit allen Beteiligten ist entscheidend für einen reibungslosen Verkaufsprozess.

  • Information der Mieter: Informieren Sie Ihre Mieter frühzeitig über den geplanten Verkauf und erklären Sie ihnen, wie der Verkaufsprozess ablaufen wird. Mieter haben ein Vorkaufsrecht, das sie innerhalb von zwei Monaten ausüben können.
  • Verhandlungen mit Käufern: Führen Sie klare und präzise Verhandlungen mit potenziellen Käufern. Stellen Sie sicher, dass alle Fragen geklärt sind und alle Informationen transparent kommuniziert werden.

Durch eine gründliche Vorbereitung und die Beachtung rechtlicher und praktischer Aspekte können Sie den Verkaufsprozess Ihrer vermieteten Wohnung erfolgreich gestalten.

Nach dem Verkauf: Was passiert mit dem Mietverhältnis?

Der Verkauf einer vermieteten Wohnung bringt spezifische Fragen und Aufgaben mit sich, die sowohl den Verkäufer als auch den neuen Eigentümer betreffen. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen, die Sie nach dem Verkauf beachten müssen.

Übergabe an den neuen Eigentümer

Die Übergabe der Wohnung erfolgt mit der Eintragung des neuen Eigentümers im Grundbuch. Ab diesem Zeitpunkt ist der Käufer rechtlich der neue Vermieter und übernimmt alle bestehenden Mietverträge.

Rechte und Pflichten des neuen Eigentümers

Der neue Eigentümer muss alle Rechte und Pflichten aus den bestehenden Mietverträgen übernehmen. Dazu gehören die Instandhaltung der Wohnung, die Durchführung notwendiger Reparaturen und die Einhaltung der im Mietvertrag festgelegten Bedingungen.

Schönheitsreparaturen

Schönheitsreparaturen sind oft ein Streitpunkt. Üblicherweise ist im Mietvertrag festgelegt, wer für welche Reparaturen zuständig ist. Der neue Eigentümer sollte sich einen Überblick über den Zustand der Wohnung verschaffen und notwendige Reparaturen planen.

Nebenkostenabrechnung

Die Nebenkostenabrechnung muss auch nach dem Verkauf weiterhin korrekt erstellt werden. Der neue Eigentümer übernimmt diese Aufgabe und sollte alle relevanten Informationen vom Vorbesitzer erhalten, um eine nahtlose Fortführung sicherzustellen.

Kaution

Die Mietkaution bleibt auf dem Kautionskonto und wird vom neuen Eigentümer übernommen. Es ist wichtig, dass dieser Übergang klar dokumentiert und dem Mieter mitgeteilt wird, um zukünftige Missverständnisse zu vermeiden.

Zahlung der Miete

Ab dem Zeitpunkt des Eigentümerwechsels muss der Mieter die Miete an den neuen Eigentümer zahlen. Eine schriftliche Mitteilung an den Mieter mit den neuen Kontodaten und einer Bestätigung des Eigentümerwechsels ist unerlässlich.

Checkliste für den Verkauf einer vermieteten Wohnung

Der Verkauf einer vermieteten Wohnung erfordert sorgfältige Vorbereitung und die Berücksichtigung zahlreicher Aspekte. Mit dieser Checkliste behalten Sie den Überblick über alle notwendigen Schritte:

  • Immobilienbewertung
    • Wert der Wohnung ermitteln (Marktwert, Mietwertgutachten)
    • Unterlagen: Grundbuchauszug, Lageplan, Wohnflächenberechnung, Energieausweis
  • Rechtliche Aspekte
    • Vorkaufsrecht des Mieters prüfen
    • Mietverträge und Kündigungsfristen beachten
    • Mietaufhebungsvertrag in Betracht ziehen
  • Finanzielle Aspekte
    • Spekulationssteuer berechnen
    • Werbekosten und weitere abzugsfähige Ausgaben kalkulieren
  • Vorbereitung der Unterlagen
    • Mietvertrag inkl. Mieterhöhungen
    • Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen
    • Sanierungsnachweise und Betriebskostenabrechnungen
    • Teilungserklärung und Instandhaltungsrücklage
  • Vermarktung der Immobilie
    • Entscheidung: Verkauf mit oder ohne Makler
    • Erstellen eines aussagekräftigen Exposés
    • Zielgruppenanalyse (Kapitalanleger vs. Eigennutzer)
  • Verkaufsprozess
    • Besichtigungstermine organisieren
    • Kommunikation mit Mietern und Interessenten
    • Kaufvertrag und notarielle Beurkundung

Häufige Fragen zum Thema vermietete Wohnung verkaufen

Beim Verkauf einer vermieteten Wohnung tauchen häufig bestimmte Fragen auf. Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen:

  • Welche Rechte haben Mieter beim Verkauf der Wohnung? Mieter haben in der Regel ein Vorkaufsrecht, wenn die Wohnung in Eigentumswohnungen umgewandelt wird. Sie müssen frühzeitig informiert werden und haben das Recht, die Wohnung zu denselben Bedingungen zu kaufen, wie sie einem Dritten angeboten wird.
  • Wie wirkt sich der Verkauf auf bestehende Mietverträge aus? Der Käufer übernimmt alle bestehenden Mietverträge und muss die Rechte und Pflichten des Vermieters erfüllen. Eine Kündigung wegen Eigenbedarf ist nur unter Einhaltung gesetzlicher Fristen und Bedingungen möglich.
  • Welche steuerlichen Aspekte sind zu beachten? Der Verkauf kann Spekulationssteuer auslösen, wenn die Immobilie weniger als zehn Jahre im Besitz war. Zudem können Kosten wie Maklergebühren und Werbekosten steuerlich absetzbar sein.
  • Wie läuft eine Besichtigung ab, wenn die Wohnung vermietet ist? Besichtigungen müssen mit dem Mieter abgestimmt werden. Es gelten bestimmte Zeiten und Ankündigungsfristen. Der Mieter ist nicht verpflichtet, die Wohnung jederzeit zur Verfügung zu stellen.
  • Wie kann man den bestmöglichen Verkaufspreis erzielen? Eine professionelle Immobilienbewertung, hochwertige Präsentation und gezielte Vermarktung, insbesondere an Kapitalanleger, können den Verkaufspreis positiv beeinflussen.

Fazit

Der Verkauf einer vermieteten Wohnung erfordert eine sorgfältige Planung und Berücksichtigung zahlreicher Aspekte. Von der Immobilienbewertung über rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen bis hin zur optimalen Vermarktung – jeder Schritt ist wichtig, um den Verkauf erfolgreich abzuschließen. Nutzen Sie unsere Checkliste und Tipps, um bestens vorbereitet in den Verkaufsprozess zu starten und mögliche Fallstricke zu vermeiden. So stellen Sie sicher, dass sowohl Sie als auch Ihre Mieter den Übergang reibungslos erleben.

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