Hauswert ermitteln: 10 Faktoren für präzise Immobilienbewertung | Schiffer & Partner Immobilienbewertung

1. Lagequalität: Der stärkste Werttreiber (Makro- und Mikrolage)

Die Lage ist der zentrale Einflussfaktor auf den Verkehrswert einer Immobilie.

Dazu zählen insbesondere:

  • Infrastrukturelle Anbindung (ÖPNV, Fernstraßen)
  • Wohnumfeld und Nachbarschaftsstruktur
  • Regionale Nachfrage- und Preisdynamik
  • Nähe zu Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und Arbeitszentren
  • Städtebauliche Entwicklung und Zukunftsprognosen

Definition:
Die Lagequalität beschreibt das Verhältnis zwischen Standortvorteilen und regionaler Nachfrage, sie ist dauerhaft wertprägend und kaum veränderbar.

2. Grundstücksgröße und Bodenwert: Basis der Wertermittlung

Der Bodenwert wird hauptsächlich über den amtlichen Bodenrichtwert des Gutachterausschusses bestimmt.

Bewertet werden:

  • Bodenrichtwert des Gutachterausschusses
  • Grundstücksgröße und Zuschnitt
  • Erschließungsgrad
  • Bebaubarkeit und Nutzungsart

Definition:
Der Bodenwert bildet häufig die Grundlage der Wertermittlung und beschreibt den Wert des unbebauten Grundstücks nach Marktstandard.

3. Gebäudesubstanz und baulicher Zustand

Hier prüft Schiffer & Partner Immobilienbewertung alle baulichen und technischen Komponenten.

Wichtige Elemente:

  • Zustand von Dach, Fassade und Fenstern
  • Feuchtigkeit, Schäden oder Sanierungsbedarf
  • Qualität der Baumaterialien
  • Bauphysik und energetische Eigenschaften

Definition:
Der bauliche Zustand beeinflusst den Sachwert und die Restnutzungsdauer der Immobilie erheblich.

4. Wohnfläche und Nutzfläche: Verwertbare Quadratmeter

Nicht jede Fläche ist gleich viel wert.

Unterschieden wird:

  • Wohnfläche nach DIN 277
  • Nutz- und Nebenflächen (Keller, Abstellräume)
  • Funktionale Außenflächen (Terrassen, Balkone)
  • Garagen und Stellplätze

Definition:
Die Wohnfläche bildet den wertbestimmenden Kern, während Nebenflächen abhängig von Art und Qualität gewichtet werden.

5. Modernisierungsstand und technische Ausstattung

Modernisierungen wirken langfristig wertsteigernd.

Relevante Kriterien:

  • Heizungs- und Energietechnik
  • Dämmung, Fensterqualität und energetische Standards
  • Sanitär, Elektrik und technische Infrastruktur
  • Smart-Home-Elemente
  • barrierefreie Ausstattungen

Definition:
Modernisierungen erhöhen die Restnutzungsdauer, verbessern den energetischen Standard und steigern die Marktattraktivität.

6. Baujahr, technische Lebensdauer und Restnutzungsdauer

Entscheidend ist nicht das Baujahr selbst, sondern der Zustand im Verhältnis zur erwartbaren Lebensdauer.

Bewertet werden:

  • wirtschaftliche Restnutzungsdauer
  • Baualter relevanter Bauteile
  • Auswirkungen von Modernisierungen
  • technische Gesamtlaufzeit

Definition:
Die Restnutzungsdauer beschreibt, wie lange ein Gebäude wirtschaftlich nutzbar ist, ein zentraler Faktor im Sachwertverfahren.

7. Marktumfeld und regionale Preisentwicklung

Marktdynamik bestimmt die Preisbereitschaft potenzieller Käufer.

Schiffer & Partner Immobilienbewertung analysiert:

  • Vergleichspreise aktueller Transaktionen
  • Angebots- und Nachfrageverhältnisse
  • Zinsentwicklung und Kaufkraft
  • regionale Marktzyklen

Definition:
Der Verkehrswert ist stets ein Stichtagswert, der die aktuellen Marktverhältnisse widerspiegelt.

8. Rechtliche Rahmenbedingungen: Lasten und Rechte

Juristische Faktoren können Wert erhöhen, oder reduzieren.

Dazu gehören:

  • Wegerechte und Leitungsrechte
  • Nießbrauch und Wohnrechte
  • Denkmalschutzauflagen
  • Baulasten und Bebauungspläne
  • Erbbaurechte

Definition:
Rechtliche Belastungen können die Nutzbarkeit einschränken und sind wertrelevant nach § 194 BauGB.

9. Objektart und Bewertungsmethode

Die Objektart bestimmt das angewandte Bewertungsverfahren.

Je nach Immobilientyp nutzt Schiffer & Partner Immobilienbewertung:

Definition:
Jede Objektart folgt einer spezifischen Bewertungslogik, die auf Angebot, Nachfrage und Nutzung basiert.

10. Ausstattung, Besonderheiten und wertrelevante Merkmale

Spezifische Merkmale können erheblichen Einfluss auf den Marktwert haben.

Beispiele:

  • hochwertige Ausstattung von Bädern oder Küche
  • hochwertige Außenanlagen
  • guter energetischer Standard
  • besondere Architektur oder Grundrisse

Definition:
Individuelle Ausstattungsmerkmale erhöhen die Attraktivität und den erzielbaren Marktpreis.

Kategorie Wertsteigernde Faktoren Wertmindernde Faktoren
Lage gute Infrastruktur, hohe Nachfrage Lärm, schlechte Anbindung
Gebäudezustand modernisiert, energieeffizient Sanierungsstau, Schäden
Rechtliches klare Eigentumsverhältnisse Nießbrauch, Baulasten
Markt stabile Nachfrage fallende Preise
Ausstattung hochwertige Innenausstattung veraltete Technik

Häufige Fragen zur Immobilienbewertung 

  • Was ist der Unterschied zwischen Sachwert und Verkehrswert?
    Der Sachwert beschreibt die fiktiven Herstellungskosten eines Gebäudes.
    Der Verkehrswert (§ 194 BauGB) ist der am Markt erzielbare Preis unter Berücksichtigung von Angebot, Nachfrage und Lage.
  • Welcher Faktor ist am wichtigsten?
    Die Lage gilt als wichtigster Werttreiber, weil sie dauerhaft ist und nicht durch Modernisierungen verändert werden kann.
  • Wer legt den Bodenrichtwert fest?
    Der Bodenrichtwert wird vom örtlichen Gutachterausschuss auf Basis realer Kaufpreisdatensammlungen festgelegt.
  • Wer darf ein offizielles Verkehrswertgutachten erstellen?
    Nur qualifizierte Sachverständige, im Idealfall mit DIN EN ISO/IEC 17024 Zertifizierung.

Fazit

Der Wert eines Hauses ergibt sich aus klar definierten Faktoren, von Lage und Zustand bis hin zu rechtlichen Gegebenheiten und Markttrends.
Schiffer & Partner Immobilienbewertung bewertet diese Faktoren rechtssicher, neutral und nach anerkannten Bewertungsverfahren, sodass Sie einen Verkehrswert erhalten, der von Banken, Finanzämtern und Gerichten akzeptiert wird.

Sie möchten Ihren Immobilienwert präzise und neutral ermitteln lassen?

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Häufige Fragen zur Immobilienbewertung

Eine Kurzbewertung kann in der Regel innerhalb weniger Tage nach dem Ortstermin bereitgestellt werden. Bei dringendem Bedarf sind in vielen Fällen auch beschleunigte Ausnahmen möglich.

Für umfangreiche Verkehrswertgutachten beträgt die Bearbeitungszeit meist ein bis zwei Wochen, nachdem alle erforderlichen Behördenauskünfte vorliegen und der Ortstermin erfolgt ist. Da es in der Regel zwei bis vier Wochen dauert, bis alle notwendigen Auskünfte von den Behörden eingeholt sind, hängt die Gesamtzeit des Gutachtens maßgeblich von der Bearbeitungsdauer dieser Auskünfte ab.

Für die Bewertung einer Immobilie werden neben dem Baujahr und Angaben zu möglichen Schäden und Mangeln auch gebäudespezifische Dokumente benötigt. Für eine effiziente Wertermittlung werden meist folgende Unterlagen benötigt:

  • Aktueller Grundbuchauszug
  • Flurkarte (Liegenschaftskarte)
  • Baupläne und Grundrisse
  • Wohnflächenberechnung
  • Energieausweis
  • Nachweise über Modernisierungen und Sanierungen
  • Mietverträge

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Typen von Immobiliengutachten: das Kurzgutachten und das Verkehrswertgutachten.

Das Verkehrswertgutachten, das nach § 194 Baugesetzbuch (BauGB) erstellt wird bietet höchste Akzeptanz. Es wird von zertifizierten Sachverständigen nach DIN/ISO 17024 erstellt. Diese Zertifizierung ist einer öffentlichen Bestellung und Vereidigung gleichgestellt und gewährleistet die Anerkennung vor allen deutschen Gerichten, Behörden und Ämtern (z. B. Finanzamt).

Ein Verkehrswertgutachten ist insbesondere erforderlich bei:

  • Scheidungen oder Erbfällen mit Rechtsstreit,
  • steuerlichen Prüfungen für Erbschafts- oder Schenkungssteuer durch das Finanzamt,
  • Vorlagen bei Gerichten, etwa in Betreuungs- oder Nachlassangelegenheiten.

Ein Kurzgutachten hingegen bietet eine kompakte und kostengünstigere Bewertung und eignet sich ideal für Kauf- oder Verkaufsentscheidungen.

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